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Education is an atmosphere

Die Atmosphäre, in der ein Kind lernt und aufwächst, ist prägend

Ein Kind lernt und entwickelt sich in Interaktion mit seiner Umgebung und wird durch deren Ideen, Werte und Normen beeinflusst. Die Eltern, Familienmitglieder, Freunde sowie Lehr- und Betreuungspersonen dienen dem Kind als wichtige Vorbilder. Mason meint damit nicht, dass ein Kind durch seine Umgebung bzw. deren Atmosphäre irreversibel geprägt wird, misst ihr aber eine nicht zu vernachlässigende Rolle bei.

 

"Die Atmosphäre, in der ein Kind seine unbewussten Vorstellungen vom richtigen Leben sammelt, geht von seinen Eltern aus. Jeder liebevolle Blick und jeder Ton der Wertschätzung, jedes Wort der Freundlichkeit und jeder Akt der Hilfe geht in die ‚Gedankenumgebung‘ ein, bestimmt die Atmosphäre, die das Kind einatmet. Es denkt nicht an diese Dinge, vielleicht denkt es nie an sie, aber sein ganzes Leben lang erregen sie diesen inneren Antrieb." (Band 2, Parents and Children)

 

"Nun, die Arbeit, welche für die Gesellschaft die grösste Bedeutung hat, ist die Erziehung und der Unterricht der Jugend in der Schule. Noch wichtiger aber, erscheint mir, ist die Erziehung zu Hause, denn die häuslichen Einflüsse, die sich bei dem Kind geltend machen, bestimmen massgeblich den Charakter und die Laufbahn des Kindes und haben somit Einfluss auf den zukünftigen Mann oder die zukünftige Frau. Vater oder Mutter zu sein, ist eine grosse Sache; keine Würde, keine Rangerhöhung ist mit dieser verantwortungsvollen und schönen Aufgabe zu vergleichen. Ein einziges Kind, das Eltern pflegen und hegen, kann ein Segen für die Welt werden! Ist den Eltern aber ein solches Gut anvertraut, dann sind sie nicht berechtigt zu sagen: ‹Ich kann mit meinem Sohn oder meiner Tochter machen, was ich will ...›. Kinder sind tatsächlich nicht als persönliches Eigentum, sondern als anvertrautes Gut zu betrachten. Mit ‹Education is a Life and an Atmosphere› ist gemeint, dass das Kind die von den Erziehenden ausgehende Atmosphäre, nämlich die der Ideen, welche deren eigenes Leben beherrschen, aufnimmt, ja sozusagen einatmet." (Band 1, Home Education) 

 

Ein Kind soll also in einer wertschätzenden, freundlichen Atmosphäre lernen können und dabei unterstützt werden. Dabei gilt es, Folgendes zu beachten:

"Eine der wichtigsten Regeln in der Berücksichtigung der Atmosphäre als Erziehungsmittel ist, dass keine ‚künstliche‘  Atmosphäre geschaffen werden soll – kein ‚Berieseln mit Rosenwasser und kein Auspolstern mit Kissen‘ nötig ist. Wir wollen keine Gewächshaus-Kinder grossziehen! Kinder müssen dem Leben begegnen können, wie es ist. Sie haben zum Beispiel ein Gespür dafür, wenn etwas in der Luft liegt, sich ihre Eltern über etwas sorgen und beunruhigt sind. So heisst es dann etwa: ‹Mutter, Mutter, dieses Mal wirst du aber nicht weinen, oder?›, und mit einer Umarmung versucht das Kind, die Sorgen wegzunehmen... Es ist nicht klug, dem Kind eine Schutzglocke überzustülpen und Gefahr zu laufen, es unter dieser zu ‚ersticken‘ . Es würde so nicht ernst genommen, vielleicht sogar verwöhnt oder verweichlicht. So würde es dabei kaum lernen, mit Problemen umgehen zu können. In einer realistischen Atmosphäre kann das Kind für sein Leben lernen. Die natürliche Atmosphäre hat einen entscheidenden erzieherischen Wert." (Band 6, Philosophy of Education)