Die nachstehenden Zitate entstammen aus den Büchern „Home Education“ von Charlotte Mason:

„..Nun, die Arbeit, welche für die menschliche Gesellschaft die grösste Bedeutung hat, ist die Erziehung und der Unterricht der Jugend in der Schule. Noch wichtiger aber, ist die Erziehung im Hause, denn die häuslichen Einflüsse, die sich bei dem Kinde geltend machen, bestimmen mehr als irgendetwas anderes den Charakter und die Laufbahn des zukünftigen Mannes, der zukünftigen Frau. Vater oder Mutter zu sein, ist eine grosse Sache; keine Würde, keine Rangerhöhung ist damit zu vergleichen. Ein einziges Kind, das Eltern pflegen und hegen, kann ein Segen für die Welt werden. Ist ihnen aber ein solches Gut anvertraut, dann sind sie nicht berechtigt zu sagen: „ Ich kann mit meinem Kinde machen, was ich will. Kinder sind tatsächlich nicht als persönliches Eigentum, sondern als anvertrautes Gut zu betrachten…“ 

„Erziehung ist Leben, das mit Ideen genährt wird; und Erziehung ist eine Atmosphäre, d.h., dass das Kind die von den Eltern ausgehende Atmosphäre, die der Ideen, welche deren eigenes Leben beherrschen, einatmet.“  (Charlotte Mason: Home Education)

 

„Mit dem Ausspruch «Erziehung ist eine Atmosphäre» ist nicht gemeint, dass das Kind in einer besonders angepassten und vorbereiteten Umgebung isoliert werden soll, sondern dass wir auf den erzieherischen Wert seiner natürlichen häuslichen Atmosphäre, mit Rücksicht sowohl auf Personen wie auf Dinge, Gewicht legen und es in seinen eigenen Verhältnissen frei leben lassen sollten. Das Kind wird verdummt, wenn man seine Umgebung auf das kindliche Niveau herabdrückt.“ (Charlotte Mason: Home Education)

Die wichtigste Regel  in der Benutzung der Atmosphäre als Erziehungsmittel ist wohl, schreibt C.M.:   „.. wahrscheinlich diejenige, dass kein künstliches Element Teil der Atmosphäre sein darf - kein „Berieseln mit Rosenwasser und kein Auspolstern mit Kissen ist nötig. Wir wollen keine Gewächshausatmosphäre schaffen! Kinder müssen dem Leben begegnen wie es ist. Kinder merken nämlich, wenn etwas in der Luft liegt, und sich ihre Eltern sorgen und beunruhigt sind. „Mutter, Mutter, dieses Mal wirst du aber nicht weinen, oder?“, und mit einer Umarmung versucht es, die Sorgen wegzunehmen...Wir dürfen dem Kind keine Käseglocke überstülpen und Gefahr laufen, es in dieser Schutzglocke zu ersticken. Ansonsten wird es verwöhnt und verweichlicht und lernt dabei nicht mit Problemen umzugehen. In einer realistischen Atmosphäre lernt das Kind für sein Leben.   (Charlotte Mason: Philosophy of Education)

 

„Wir haben die Tatsache aus den Augen verloren, dass Angewohnheiten für das Leben wie Gleise für Lokomotiven sind. Gleise für Angewohnheiten müssen folglich zielgerichtet und wohlbedacht angelegt werden, oder die Erschütterungen und Verzögerungen des Lebens werden vom Kind nur schwer oder gar nicht verkraftet. Gewohnheiten sind unvermeidbar! Wenn wir das Leben nicht durch das Bilden von Gewohnheiten im richtigen Denken und Handeln vereinfachen, werden sich Angewohnheiten des Falschdenkens und Falschhandelns von alleine festsetzen.“ (Home Education)

„Der Macht der Gewohnheiten wird allzu oft zu wenig Bedeutung beigemessen: Wir denken, wie wir zu denken gewohnt sind, und deshalb handeln wir, wie wir zu handeln gewohnt sind.» (Home Education)

„Wenn es um die Herausbildung von guten Gewohnheiten geht, führt kein Weg um Disziplin herum. Allerdings müssen wir Disziplin gewissermassen von innen aufbauen, Selbstdisziplin ist ein Schlüssel zu guten Gewohnheiten. Weil jede gute Gewohnheit aus einem inneren Kampf resultiert, ist eine gewisse Anstrengung notwendig! Schlechte Gewohnheiten eines einfachen, bequemeren Lebens erscheinen uns stets angenehmer und überzeugender, sodass ihnen nur mit viel Mühe widerstanden werden kann. Wir sind so geschaffen, dass wir sowohl physische (muskuläre) wie auch geistige Gewohnheiten ganz bewusst aufbauen können…“ (Charlotte Mason: Parents and Children)

 

„Wir sind der Ansicht, dass ein normales Kind Geisteskräfte besitzt, die es befähigen, alle geeigneten Kenntnisse aufzunehmen. Wir müssen ihm dieselben in freigebigster Weise vermitteln und nur Sorge tragen, dass das ihm gebotene Wissen lebensfähig ist, ihm also belebende Gedanken anbieten. Erziehung ist die Wissenschaft der Beziehungen: ein Kind kann nämlich zu vielen Dingen und Gedanken natürliche Beziehungen haben, so müssen wir es zu körperlichen Übungen, zu Handfertigkeiten anhalten; es in Wissenschaft und Kunst einführen, Liebe zur Natur und guten Büchern in ihm wecken, denn wir wissen, es obliegt uns nicht, es über alles zu belehren, sondern vielmehr ihm behilflich zu sein, all die angeborenen Beziehungen zu kräftigen, die unser Dasein an verhandenen Dinge knüpfen.“ (School Education)

„Wir wissen, dass es ein Vorratshaus des Gedankens gibt, in dem wir alle grossen Ideen finden, welche die Welt bewegt haben. Wir sind vor allen Dingen darauf aus, dem Kinde den Schlüssel zu diesem Vorratshaus zu geben… Wir wünschen, dass die Kinder heranwachsen, um Freude an Büchern zu haben und Erfrischung in ihnen zu finden.“ (Charlotte Mason: Home Education)